Mit Paypal 40 Prozent Sparen

Haben Sie schon von dem Trick gehört, mit dem PayPal-Nutzer angeblich satte 40 % bei ihren Zahlungen sparen können? Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, nicht wahr? Nun, ob Sie es glauben oder nicht, dieses bizarre Schlupfloch hat im Internet Wellen geschlagen, und mehrere Medien haben darüber berichtet.

Worum geht es bei diesem Trick, mit dem PayPal 40 % spart, genau? Kurz gesagt geht es darum, die Währung Ihres PayPal-Kontos in argentinische Pesos (ARS) zu ändern, anstatt Euro oder Dollar zu verwenden. Ja, Sie haben richtig gelesen – argentinische Pesos. Klingt willkürlich, oder? Aber hören Sie mir zu; es gibt einen legitimen wirtschaftlichen Grund für diesen seltsamen Schritt.

Der Trick soll folgendermaßen funktionieren: Nehmen wir an, Sie möchten einen Kauf im Wert von 100 Euro über PayPal tätigen. Normalerweise werden Ihnen die vollen 100 Euro in Rechnung gestellt. Wenn Sie jedoch Ihre PayPal-Währung vor der Zahlung auf argentinische Pesos umstellen, sehen Sie den fälligen Gesamtbetrag in ARS. Aber jetzt kommt der Clou: Wenn die Transaktion bearbeitet wird, werden nur etwa 60 % des ursprünglichen Euro-Betrags von Ihrem Konto abgezogen!

Die Rolle der argentinischen Währung und Wirtschaft

Jetzt fragen Sie sich vielleicht: „Warum um alles in der Welt sollte der Wechsel zu argentinischen Pesos zu einem solch massiven Rabatt führen?“ Nun, das hängt alles mit der wirtschaftlichen Lage des Landes und einer cleveren (oder manche würden sagen: verzweifelten) Taktik der argentinischen Regierung zusammen.

Argentinien hat mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen, in der die Inflationsrate bis Anfang 2023 auf schwindelerregende 95 % ansteigt. Um dieses Problem zu bekämpfen und den Tourismus zu fördern, führte die argentinische Regierung einen speziellen Wechselkurs für ausländische Besucher ein, den so genannten „Touristen-Dollar“.

Dieser „Touristendollar“ ermöglicht es Reisenden, bei Einkäufen mit ausländischen Kreditkarten in Argentinien von einem deutlich niedrigeren Wechselkurs zu profitieren. Damit soll das Land zu einem attraktiveren und erschwinglicheren Reiseziel für internationale Touristen werden, was letztlich der angeschlagenen Wirtschaft dringend benötigte Mittel zuführt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für den PayPal-Spartrick

Sind Sie neugierig geworden? Dann schauen wir uns jetzt an, wie Sie den PayPal-Spartrick tatsächlich anwenden können:

  1. Voraussetzungen: Zuallererst benötigen Sie ein PayPal-Konto und eine kompatible Kreditkarte. Berichten zufolge scheinen Karten von Banken wie ING-Diba, DKB, Amazon Visa, Klarna, Vivid und Barclays mit diesem Trick zu funktionieren. Leider scheinen Mastercard und Revolut nicht unterstützt zu werden.
  2. Ändern Sie Ihre PayPal-Währung: Loggen Sie sich in Ihr PayPal-Konto ein und navigieren Sie zum Abschnitt Einstellungen. Suchen Sie nach der Option zum Ändern Ihrer Währung und wählen Sie Argentinische Pesos (ARS).
  3. Tätigen Sie einen Kauf: Wenn Sie nun versuchen, einen Einkauf über Ihr PayPal-Konto und die verknüpfte Kreditkarte zu tätigen, wird der Gesamtbetrag in ARS angezeigt. Bei der Bearbeitung der Transaktion werden jedoch nur etwa 60 % des ursprünglichen Wertes (in Euro oder Ihrer Landeswährung) von Ihrem Kreditkartenkonto abgebucht.
  4. Erleben Sie die Ersparnis: Nehmen wir an, Sie versuchen, eine Software zu kaufen, die 186 Dollar (rund 171 Euro) kostet. Wenn Sie den PayPal-Trick anwenden, werden Ihnen am Ende nur etwa 100 Euro statt der vollen 171 Euro berechnet!

Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Nun, das ist es wahrscheinlich auch – zumindest auf lange Sicht. Aber im Moment haben zahlreiche Nutzer berichtet, dass sie diesen Trick erfolgreich angewendet haben und dabei eine Menge Geld gespart haben.

Ist der PayPal-Trick mit 40 % Ersparnis legal?

Bei einer so beträchtlichen Ersparnis stellt sich natürlich die Frage nach der Rechtmäßigkeit dieses PayPal-Tricks. Schließlich scheint er fast zu schön, um wahr zu sein. Laut Rechtsanwalt Christian Solmecke, der sich auf die Beratung der Internet- und IT-Branche spezialisiert hat, haben die Kunden aus strafrechtlicher Sicht wahrscheinlich nichts zu befürchten.

Solmecke argumentiert, dass das Ausnutzen dieses Schlupflochs keinen Betrug darstellt, da keine Täuschung im Spiel ist. Stattdessen nutzen die Nutzer einfach eine Schwachstelle im System aus. Interessanterweise scheinen auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Visa solche Transaktionen nicht zu verbieten.

Solmecke mahnt jedoch zur Vorsicht. Während reguläre Kauftransaktionen unbedenklich sein mögen, könnte es bei reinen Überweisungen, die nur getätigt werden, um Geld aus dem günstigen Wechselkurs zu generieren, unklar werden. Die Nutzungsbedingungen von PayPal verbieten nämlich ausdrücklich „den Umtausch von Währungen für spekulative Transaktionen … oder andere Aktivitäten …, die in erster Linie darauf abzielen, auf der Grundlage von Wechselkursen Geld zu verdienen oder zu generieren“.

Wenn Sie diesen Trick also für tatsächliche Einkäufe verwenden, sind Sie (vorerst) wahrscheinlich sicher. Wenn Sie jedoch nur Geld hin- und herüberweisen, um die Wechselkursdifferenz auszunutzen, könnte PayPal dies als Verstoß gegen seine Bedingungen werten und diese Transaktionen rückgängig machen oder stornieren.

Reaktionen und Gegenmaßnahmen

Da sich die Nachricht von diesem PayPal-Trick wie ein Lauffeuer verbreitet hat, haben die betroffenen Unternehmen begonnen, davon Kenntnis zu nehmen – und Maßnahmen zu ergreifen. Berichten zufolge haben einige Kreditkartenanbieter bereits damit begonnen, Karten zu sperren, die auf diese Weise verwendet werden, und so das Schlupfloch effektiv zu schließen.

Darüber hinaus besteht immer das Risiko, dass Transaktionen zu einem späteren Zeitpunkt rückgängig gemacht werden, wenn die Kreditkartenunternehmen oder PayPal beschließen, gegen diesen Missbrauch weiter vorzugehen. Schließlich sind die geschätzten Wechselkurse, die für Kreditkartenzahlungen verwendet werden, nicht in Stein gemeißelt.

Ethische Bedenken und Zukunftsaussichten

Abgesehen von den rechtlichen und praktischen Erwägungen gibt es bei diesem PayPal-Spartrick auch eine ethische Dimension, die es zu untersuchen gilt. Es mag zwar verlockend sein, einen Systemfehler auszunutzen, um etwas Geld zu sparen, aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Einsparungen im Wesentlichen auf Kosten der bereits angeschlagenen argentinischen Wirtschaft gehen.

Durch die Ausnutzung des „Touristendollarkurses“ werden Gelder abgezogen, die eigentlich zur Unterstützung der Tourismusindustrie und der allgemeinen finanziellen Erholung des Landes gedacht waren. Der Trick mag zwar technisch gesehen legal sein (zumindest im Moment), aber er ist eine moralische Grauzone.

Was die Zukunft dieses PayPal-Schlupflochs angeht, ist es schwer zu sagen, wie lange es noch Bestand haben wird. Je mehr Menschen versuchen, daraus Kapital zu schlagen, desto stärker werden die Kreditkartenunternehmen und PayPal wahrscheinlich Maßnahmen ergreifen, um die Lücke vollständig zu schließen. Die argentinische Regierung könnte auch beschließen, die „Touristen-Dollar“-Politik zu überdenken, wenn sie weiterhin auf diese Weise missbraucht wird.

Wer diesen Trick ausprobieren möchte, muss die möglichen Einsparungen gegen die damit verbundenen Risiken und ethischen Überlegungen abwägen. Und wie immer ist es ratsam, mit Vorsicht vorzugehen, wenn man sich auf eine Finanztaktik einlässt, die zu gut erscheint, um wahr zu sein.

Häufig gestellte Fragen zum PayPal 40% Spartrick

Lassen Sie uns zum Abschluss noch einige der am häufigsten gestellten Fragen zu diesem PayPal-Sparphänomen beantworten:

Mit welchen Kreditkarten und Konten funktioniert der Trick?

Benutzerberichten zufolge scheint der Trick mit Kreditkarten von Banken wie ING-Diba, DKB, Amazon Visa, Klarna, Vivid und Barclays zu funktionieren. Er scheint jedoch nicht von Mastercard- oder Revolut-Konten unterstützt zu werden.

Gibt es Grenzen, wie viel ich sparen kann?

Es scheint keine festen Grenzen zu geben, aber die Ersparnis hängt letztendlich von der Gesamtsumme des Einkaufs und dem aktuellen Wechselkurs zwischen Ihrer Landeswährung und dem argentinischen Peso ab.

Bekomme ich rechtliche Probleme, wenn ich das ausprobiere?

Wahrscheinlich nicht, solange Sie legitime Einkäufe tätigen und nicht an reinen Währungsspekulationen oder Geldtransfers beteiligt sind, die nur dazu dienen, die Wechselkursdifferenz auszunutzen.

Was ist, wenn die Transaktion später rückgängig gemacht wird?

Es besteht immer das Risiko, dass Kreditkartenunternehmen oder PayPal Transaktionen rückgängig machen oder anpassen, wenn sie beschließen, gegen dieses Schlupfloch vorzugehen. Seien Sie darauf vorbereitet, dass Sie im Nachhinein den vollen Betrag zahlen müssen.

Ist es ethisch vertretbar, eine angeschlagene Wirtschaft wie diese auszunutzen?

Das ist eine Frage der persönlichen Meinung, aber es lohnt sich, die weiterreichenden Auswirkungen der Ausnutzung einer Politik zu bedenken, die die Tourismusindustrie eines Landes und die Bemühungen um finanzielle Erholung unterstützen soll.

Der PayPal-Trick mit den 40 % Ersparnis mag zwar wie eine verlockende Gelegenheit erscheinen, um ein paar satte Rabatte zu ergattern, aber es ist klar, dass es rechtliche Grauzonen, potenzielle Risiken und ethische Überlegungen gibt, die man im Auge behalten muss. Wie bei jedem anderen Finanzplan, der zu gut ist, um wahr zu sein, ist es wichtig, dieses Schlupfloch mit Vorsicht und einer gesunden Portion Skepsis zu betrachten.